Ein Schicksalsplättchen kann eine hilfreiche Aktion freischalten oder den eigenen Plan für spätere Züge blockieren. Diese Platzierungsentscheidung bestimmt Bonfire von Beginn an. Ziel ist es, die namensgebenden Leuchtfeuer wieder zu entfachen, indem Aufgaben erfüllt und die dafür nötigen Voraussetzungen vorbereitet werden. Gnome aus dem Wald können dabei unterstützen. Bonfire erschien bei Hall Games und stammt von Stefan Feld.
Leuchtfeuer, Aufgaben und die eigene Auslage
Zu Beginn wird die gemeinsame Auslage mit den Aktionsplättchen und den weiteren erreichbaren Spielelementen vorbereitet. Jede Person erhält einen eigenen Bereich, in dem Schicksalsplättchen platziert, Aufgaben vorbereitet und Fortschritte an den Leuchtfeuern festgehalten werden. Die Aufgaben geben vor, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, bevor ein Leuchtfeuer entzündet werden kann.
Die Auslage sollte klar voneinander getrennt bleiben. Schicksalsplättchen bilden die Grundlage der Zugplanung, während Aktionsplättchen die konkreten Handlungsmöglichkeiten darstellen. Aufgaben sind kein bloßes Sammelziel: Sie geben dem Spiel die Reihenfolge vor, in der Vorbereitungen sinnvoll werden. Wer eine Aufgabe früh auswählt, legt damit oft bereits fest, welche Aktionen in den folgenden Zügen benötigt werden.
Jede Platzierung zählt.
Beim Aufbau ist besonders wichtig, die persönliche Auslage nicht als Ablagefläche zu behandeln. Freie und belegte Bereiche beeinflussen unmittelbar, welche Optionen später offenstehen. Ein ungünstig gesetztes Schicksalsplättchen lässt sich nicht dadurch ausgleichen, dass anschließend einfach eine andere Aktion gewählt wird. Gerade weil mehrere Aufgaben parallel vorbereitet werden können, entsteht leicht der Eindruck großer Freiheit. Tatsächlich verlangt Bonfire, die räumliche Planung der Plättchen und die Reihenfolge der Aufgaben eng aufeinander abzustimmen.
Der Zug entsteht aus dem Schicksalsplättchen
Ein Zug beginnt mit der Entscheidung für ein Schicksalsplättchen und dessen Platzierung im eigenen Bereich. Dadurch wird der Zugriff auf Aktionsplättchen vorbereitet oder ermöglicht. Anschließend wird die freigeschaltete Aktion ausgeführt. Die Aktionen dienen dazu, Aufgaben zu beschaffen und zu erfüllen, Unterstützung durch Gnome zu erhalten sowie die Voraussetzungen für das Entzünden der Leuchtfeuer zu schaffen.
Der Ablauf folgt damit einer klaren Kette: planen, platzieren, Aktion nutzen, Fortschritt sichern. Die einzelne Aktion ist selten isoliert sinnvoll. Eine Aufgabe kann erst dann erfüllt werden, wenn ihre Anforderungen bereitliegen, und ein Leuchtfeuer wird erst dann entzündet, wenn die zugehörige Aufgabe abgeschlossen ist. Wer nur auf die unmittelbar stärkste Aktion schaut, übersieht leicht, dass eine vorbereitende Aktion später mehrere Möglichkeiten öffnen kann.
Die Gnome sind dabei kein allgemeiner Ersatz für fehlende Planung. Ihre Unterstützung muss zum aktuellen Zustand der eigenen Auslage passen. Es lohnt sich, vor jeder Platzierung zu prüfen, welche Aufgabe dadurch näher rückt und welche Aktion danach erreichbar wird. Dieser kleine Kontrollschritt verhindert, dass eine benötigte Aktion zwar sichtbar bleibt, aber wegen einer unpassenden Plättchenlage nicht genutzt werden kann.
Eine Runde besteht aus solchen aufeinanderfolgenden Zügen. Zwischen den Zügen verändert sich die gemeinsame Auslage, weil gewählte Möglichkeiten anderen Personen nicht mehr in derselben Form zur Verfügung stehen. Bonfire ist daher auch ein Spiel um das richtige Timing: Eine gute Aktion verliert an Wert, wenn sie zu spät vorbereitet wird oder wenn eine Aufgabe länger unvollendet bleibt als geplant.
Wertung und Auslösung des Spielendes
Der wichtigste Fortschritt liegt im Entzünden der Leuchtfeuer. Dafür müssen Aufgaben tatsächlich abgeschlossen sein, nicht lediglich vorbereitet oder teilweise erfüllt. Die Wertung berücksichtigt außerdem die in der Partie erreichten Fortschritte und die vorgesehenen Schlusswertungen der eigenen Auslage. Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst viele Elemente zu sammeln, sondern sie in einen wertbaren Zustand zu bringen.
Das Spielende wird durch den vorgesehenen Fortschritt bei den Leuchtfeuern ausgelöst. Danach werden die Abschlusswertungen durchgeführt und die Punkte verglichen. Unfertige Vorhaben sind dabei besonders problematisch: Eine Aufgabe, für die noch eine Voraussetzung fehlt, trägt nicht denselben Wert wie eine erledigte Aufgabe. Die letzten Züge sollten daher auf sichere Abschlüsse ausgerichtet sein, statt auf mehrere neue Baustellen.
Eine kleine Besonderheit des Spiels liegt darin, dass sichtbarer Fortschritt und wertbarer Fortschritt auseinanderfallen können. Eine weit vorbereitete Auslage wirkt zunächst stark, bringt aber erst dann zuverlässig Punkte, wenn sie in abgeschlossene Aufgaben und entzündete Leuchtfeuer überführt wurde.
Fehlerquellen bei Bonfire und passende Spielrunde
- Schicksalsplättchen werden platziert, ohne die danach erreichbaren Aktionsplättchen zu prüfen.
- Aufgaben werden gesammelt, obwohl die nötigen Voraussetzungen noch nicht absehbar sind.
- Gnome werden als sofortiger Vorteil betrachtet, ohne ihren späteren Nutzen einzuplanen.
- Teilfortschritte werden bei der Wertung wie erfüllte Aufgaben behandelt.
- Das Spielende wird übersehen, obwohl die eigene Auslage noch unfertige Vorhaben enthält.
Typisch ist auch, eine Aktion nur nach ihrem unmittelbaren Effekt zu beurteilen. In Bonfire ist eine weniger auffällige Aktion oft besser, wenn sie die Platzierung des nächsten Schicksalsplättchens verbessert oder eine Aufgabe vollständig abschließbar macht. Die räumliche Ordnung der eigenen Auslage ist dabei kein Nebendetail, sondern der Kern der Planung.
Weitere Erklärungen zu komplexeren Spielabläufen finden sich in der Rubrik Regelerklärungen.
Bonfire eignet sich für Gruppen, die verzahnte Planungsaufgaben, knappe Aktionsmöglichkeiten und eine Wertung mit mehreren vorbereiteten Zielen mögen. Wer Entscheidungen gern über mehrere Züge entwickelt und Schicksalsplättchen möglichst ohne Leerräume einsetzen möchte, findet hier ein passendes Expertenspiel.