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Regelerklärungen

Kingdomino Regeln verständlich erklärt

von Maximilian Bähr 4 Min. Lesezeit

Ein besonders wertvoller Dominostein kann die falsche Wahl sein, wenn er später keinen Platz mehr im eigenen Reich findet. In Kingdomino wählen die Beteiligten Landschaftssteine aus einer offenen Auslage und legen sie an ihr Königreich an. Die Auswahl bestimmt dabei zugleich, wer als Nächstes handeln darf. Es reicht daher nicht, nur auf Kronen und passende Landschaften zu achten.

Das Königreich nimmt Gestalt an

Kingdomino von Pegasus Spiele ist für zwei bis vier Personen ausgelegt. Jede Person erhält eine Burg als Ausgangspunkt des eigenen Königreichs sowie eine Königsfigur. Die Dominosteine zeigen jeweils zwei Landschaftshälften. Auf manchen Hälften sind Kronen abgebildet, die erst bei der Wertung Bedeutung erhalten. Vor Spielbeginn werden die Steine verdeckt gemischt. Eine erste Auswahl wird aufgedeckt und nach den aufgedruckten Kennzeichnungen geordnet ausgelegt. Anschließend stellt jede Person ihre Königsfigur auf einen verfügbaren Stein.

Die Burg bleibt während der Partie an ihrem Platz. Das entstehende Reich muss in ein vorgegebenes quadratisches Raster passen. Diese Begrenzung betrifft nicht nur die letzte Platzierung: Wer die Fläche früh zu lang oder zu breit ausdehnt, kann später geeignete Steine nicht mehr unterbringen. Die Auslage dient außerdem als Zeitplan. Steine, die weiter vorn liegen, werden früher ausgeführt als später gewählte Steine.

Auswahl und Platzierung greifen ineinander

Zu Beginn eines Durchgangs wird eine neue Reihe Dominosteine aufgedeckt und geordnet neben die bereits gewählte Reihe gelegt. Nun werden die Königsfiguren der Reihe nach abgehandelt. Die Person, deren Figur auf dem zuerst liegenden Stein steht, nimmt diesen Stein an sich, wählt anschließend einen Stein aus der neuen Reihe und stellt die eigene Figur darauf. Danach folgt die nächste Figur in der bestehenden Reihenfolge. So entscheidet eine Wahl gleichzeitig über den verfügbaren Stein der kommenden Runde und über die eigene Position in der folgenden Zugreihenfolge.

Der genommene Stein wird sofort im eigenen Königreich angelegt. Er darf gedreht werden, muss aber vollständig innerhalb des erlaubten Rasters liegen. Mindestens eine seiner Landschaftshälften muss an eine bereits ausliegende Hälfte derselben Landschaft angrenzen oder an die Burg grenzen. Ein bloßes Berühren an einer Ecke genügt nicht. Die andere Hälfte des Steins darf anschließend auch an eine andere Landschaft grenzen. Sie muss beim Anlegen nicht selbst passen.

Die Reihenfolge zählt.

Kann ein gewählter Stein regelgerecht nicht angelegt werden, wird er abgelegt und bringt keine Punkte. Das ist kein freiwilliger Tausch gegen einen anderen Stein. Gerade große, zusammenhängende Flächen machen spätere Wertungen attraktiv, können jedoch die geometrischen Möglichkeiten stark einengen. In der Besetzung mit zwei Personen führt jede Person zwei Königsfiguren, wodurch die Auswahl aus der Auslage enger miteinander verzahnt wird. Die Grundregel aus Nehmen, Auswählen und Anlegen bleibt bestehen.

Kronen bestimmen die Punkte

Sobald keine weiteren Steine mehr ausgewählt werden können und die zuletzt genommenen Steine angelegt oder abgelegt wurden, beginnt die Wertung. Jede zusammenhängende Fläche einer Landschaft wird getrennt betrachtet. Für eine Fläche wird die Anzahl ihrer Landschaftsfelder mit der Zahl der dort enthaltenen Kronen multipliziert. Anschließend werden die Ergebnisse aller Flächen addiert.

Eine große Fläche ohne Krone erzielt keine Punkte. Ebenso bringt eine Krone in einer kleinen, isolierten Fläche nur wenig ein. Entscheidend ist stets die Verbindung aus Größe und Kronen innerhalb derselben Landschaftsart. Kronen aus benachbarten, aber andersartigen Landschaften werden nicht mitgerechnet. Bei Gleichstand entscheidet zunächst die größere Zahl an Kronen. Besteht danach weiterhin Gleichstand, zählt die größte zusammenhängende Landschaftsfläche. Bleibt auch dieses Kriterium gleich, wird der Sieg geteilt.

Regelfehler und passende Spielrunde

Typische Fehler entstehen weniger bei der Rechnung als beim Anlegen und bei der Reihenfolge. Häufig wird übersehen, dass nur eine Hälfte eines Dominosteins eine passende Verbindung benötigt. Umgekehrt ist es nicht erlaubt, einen Stein lediglich diagonal anzulegen. Ebenfalls wichtig: Die Königsfigur wird nach dem Nehmen auf einen Stein der neuen Reihe gestellt. Sie markiert damit nicht bloß eine Reservierung, sondern legt die spätere Zugfolge fest. Eine knappe Kontrolle nach jedem Anlegen verhindert auch, dass das Reich unbemerkt die Form des erlaubten Rasters überschreitet.

  • Jede Landschaftsfläche wird für die Wertung getrennt gezählt, auch wenn dieselbe Landschaftsart an anderer Stelle erneut vorkommt.
  • Ein Stein ohne regelgerechten Platz wird abgelegt, er darf nicht bis zu einem günstigeren Zeitpunkt aufbewahrt werden.
  • Die Burg erlaubt den Anschluss eines neuen Steins, ersetzt aber keine passende Landschaftsverbindung an beliebiger Stelle.

Kingdomino eignet sich für Gruppen, die kurze Planungsentscheidungen und eine klar nachvollziehbare Wertung suchen. Der Einstieg bleibt überschaubar, während die Wahl der Zugreihenfolge erfahrenen Mitspielenden genügend Ansatzpunkte bietet. Weitere Regelerklärungen helfen bei der Suche nach ähnlich zugänglichen Spielen. Empfehlenswert ist Kingdomino besonders für gemischte Runden, in denen räumliches Planen ohne lange Wartezeiten gefragt ist.

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