Ein gezogener Baumeister zwingt sofort zur Entscheidung: Eine günstige Aktion kann bereits belegt sein, eine freie Position kostet möglicherweise Geld, und die gewünschte Karte hilft nur dann, wenn die passenden Materialien später auch beschafft werden. Das Fundament der Ewigkeit von Michael Rieneck für KOSMOS ist ein Planungsspiel für 2 bis 4 Personen, in dem Karten, Rohstoffe und Aktionsplätze eng ineinandergreifen.
Die Kathedrale entsteht über Karten und Aktionen
Das Ziel besteht darin, durch den Baufortschritt, passende Handwerker, Ressourcen und Wertungsaktionen möglichst viele Siegpunkte zu erhalten. Der Spielplan bildet dabei nicht bloß eine Ablagefläche, sondern gibt die Reihenfolge vieler Entscheidungen vor. Wer früh eine Aktion reserviert, kann Materialien sichern oder eine begehrte Karte erhalten. Wer abwartet, hat mehr Informationen, muss aber mit schlechteren oder teureren Möglichkeiten rechnen.
Entscheidend ist der Unterschied zwischen dem Einsetzen eines Baumeisters und dem späteren Ausführen der Aktion. Ein Platz wird zunächst besetzt. Seine Wirkung tritt in der vorgesehenen Reihenfolge ein. Diese Trennung ist der Kern des Spiels und erklärt, warum eine Aktion selten isoliert beurteilt werden kann.
Die Partie gliedert sich in einen ersten und einen zweiten Abschnitt. Dabei ändern sich verfügbare Karten, Ereignisse und Prioritäten. Früh beschaffte Rohstoffe bleiben wichtig, doch Karten mit Wertungseffekten gewinnen im weiteren Verlauf an Gewicht. Eine Übersicht weiterer Regelerklärungen hilft beim Vergleich ähnlicher Aktionsspiele.
Aufbau mit Leisten, Karten und Vorräten
Zu Beginn wird der Spielplan ausgelegt und mit den vorgesehenen Auslagen, Vorräten und Markern vorbereitet. Die Aktionsleiste muss vollständig erreichbar bleiben, weil sie während einer Runde die Abfolge der Baumeister bestimmt. Ereigniskarten werden bereitgelegt, ebenso die Karten, aus denen Handwerker und weitere Möglichkeiten in die Auslage kommen. Schutzplättchen gehören ebenfalls in den allgemeinen Vorrat.
Jede Person erhält das Material ihrer Farbe sowie die für den Start vorgesehenen Mittel. Der eigene Bereich dient als Ablage für gewonnene Karten, Rohstoffe und weitere dauerhafte Effekte. Punkte werden auf der Wertungsleiste markiert. Vor dem Start sollte geprüft werden, ob alle Plätze und Kartenauslagen für die gewählte Personenzahl vorbereitet sind, denn die Partie verwendet dafür unterschiedliche Vorgaben.
Besondere Aufmerksamkeit verlangt der Bereich für den Religionskonflikt. Er ist keine gewöhnliche Rohstoffquelle. Seine Folgen werden nach den dafür geltenden Regeln abgehandelt und können die Planung einer Runde verändern. Auch die Ereigniskarten liegen nicht als bloße Erinnerung aus: Ihre Anweisung gilt genau zu dem Zeitpunkt, den Karte oder Ablauf vorgeben.
So läuft eine Runde auf der Aktionsleiste ab
Eine Runde beginnt mit den vorgesehenen Vorbereitungen, insbesondere mit dem aktuellen Ereignis und den bereitgelegten Möglichkeiten. Danach werden Baumeister aus dem Beutel gezogen. Sobald ein Baumeister einer Farbe erscheint, setzt die zugehörige Person ihn auf einen freien Aktionsplatz. Je nach Platz fallen dafür Kosten an. Die Auswahl legt zugleich fest, wann diese Person im weiteren Ablauf an die Reihe kommt.
Danach werden die Aktionen entlang der Aktionsleiste abgearbeitet. Die Reihenfolge ist verbindlich. Sie bestimmt, ob zunächst Einkommen entsteht, Ressourcen verfügbar werden, Karten ausliegen oder Baufortschritt erzielt werden kann. Ein Effekt darf nicht vorgezogen werden, nur weil er für eine spätere Entscheidung günstiger wäre.
Viele Aktionen betreffen Material für die Kathedrale, Karten mit Handwerkern oder Möglichkeiten, Punkte zu erhalten. Karten zeigen außerdem Aktionssymbole. Diese Symbole werden nicht allgemein irgendwann genutzt, sondern dann, wenn die Regel oder der auslösende Effekt ihre Abhandlung verlangt. Ihr Text und die zugehörige Aktion gehören stets zusammen.
Der Religionskonflikt wird als eigener Teil des Rundenablaufs behandelt. Dabei ist genau zu unterscheiden, welche Beteiligung verlangt wird, welche Folgen eintreten und wann Schutzplättchen eingesetzt werden dürfen. Schutzplättchen sind keine frei einsetzbare Versicherung gegen jede unerwünschte Folge. Sie schützen nur in den Situationen, die ihre Regel vorsieht.
Nach dem Abarbeiten aller vorgesehenen Bereiche wird die Runde für den nächsten Durchgang vorbereitet. Neue Auslagen und Ereignisse können die Lage verändern. Bereits erworbene Karten bleiben jedoch als Teil der eigenen Planung relevant.
Punkte, Schlusswertung und häufige Fehler
Siegpunkte entstehen während der Partie über die dafür bestimmten Aktionen und Effekte. Wer eine Siegpunktaktion nutzt, führt sie sofort nach ihrer Vorgabe aus und passt den Marker auf der Wertungsleiste an. Karten und Baufortschritt können weitere Punkte oder Bedingungen für Punkte liefern. Für die Schlusswertung werden anschließend alle noch ausstehenden Wertungen nach der vorgegebenen Reihenfolge geprüft. Gewonnen hat, wer danach die meisten Siegpunkte besitzt.
Der häufigste Regelfehler betrifft die Reihenfolge auf der Aktionsleiste. Das Besetzen eines Feldes bedeutet nicht, dass dessen Vorteil sofort verfügbar ist. Ebenfalls oft übersehen wird, dass Kosten beim Einsetzen zu zahlen sind, nicht erst dann, wenn die Aktion abgehandelt wird. Ein bereits belegter Platz bleibt blockiert, auch wenn sein Nutzen für die besetzende Person später geringer ausfällt als erwartet.
Weitere Fehlerquellen sind das Übersehen eines Ereignisses, ein zu freier Umgang mit Schutzplättchen und das Vermischen von Kartensymbolen mit dauerhaften Karteneffekten. Beim Religionskonflikt sollte die jeweilige Vorgabe vollständig abgearbeitet werden, bevor die Partie zum nächsten Bereich übergeht. Gerade hier verändert eine ausgelassene Konsequenz oft mehrere spätere Entscheidungen.
Geeignet ist das Spiel für Gruppen, die knappe Aktionsplätze, planbare Reihenfolgen und eine verzahnte Ressourcenverwaltung mögen. Wer direkte Konfrontation erwartet, findet sie vor allem im Wettbewerb um Plätze, Karten und Wertungsgelegenheiten auf der Aktionsleiste.