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Regelerklärungen

Hadara Regeln Schritt für Schritt erklärt

von Maximilian Bähr 4 Min. Lesezeit

Eine Karte bringt genau den Wert, den ihre Symbole vorgeben, doch sie kostet zunächst Geld oder muss abgelegt werden. Diese Entscheidung steht im Zentrum von Hadara: Wer Werte für Einkommen, Militär, Kultur und Nahrung entwickelt, schafft Voraussetzungen für spätere Wertungen und weitere Kartenkäufe.

Das Spielziel besteht darin, bis zum Ende möglichst viele Siegpunkte zu sammeln. Punkte entstehen durch Karten, Wertungen, Kolonien und weitere Effekte. Entscheidend ist nicht allein ein hoher Wert auf einer Leiste. Die verschiedenen Bereiche greifen ineinander, denn fehlendes Einkommen begrenzt Käufe, während Nahrung und Militär die Möglichkeiten in späteren Wertungsphasen beeinflussen.

Hadara erschien 2019 bei Hans im Glück. Weitere Regeln zu Brettspielen finden sich in der Kategorie Regelerklärungen.

Der Aufbau der eigenen Zivilisation

Zu Beginn erhält jede Person eine eigene Spieltafel mit Markern für die zentralen Entwicklungswerte sowie einen Vorrat an Münzen und Medaillen. Die Karten werden nach ihren Epochen vorbereitet. Jede Karte zeigt einen Preis, einen oder mehrere dauerhafte Werte und gelegentlich zusätzliche Symbole oder Effekte. Die Werte werden nach dem Erwerb unmittelbar auf der eigenen Tafel angepasst.

Die Kartenstapel einer Epoche bilden die Grundlage für die Auswahlphase. Sie werden so bereitgelegt, dass alle Beteiligten daraus Karten erhalten und ihre Auswahl anschließend weitergeben können. Kolonien, Zivilisationskarten und weitere Wertungselemente liegen getrennt bereit. Ihre Verwendung ist an die entsprechenden Abschnitte einer Epoche gebunden, nicht an einen beliebigen Zeitpunkt.

Die Auswahl ist verbindlich.

Wer eine Karte auswählt, entscheidet sich grundsätzlich zwischen Erwerb und Verkauf. Beim Erwerb wird der aufgedruckte Preis bezahlt, anschließend werden die Symbole der Karte umgesetzt. Beim Verkauf wandert die Karte aus dem eigenen Bereich heraus und liefert stattdessen Münzen. Die Wahl betrifft damit immer auch die Frage, ob eine kurzfristige Finanzreserve wichtiger ist als ein langfristiger Leistenwert.

Kartenwahl innerhalb einer Hadara-Epoche

Eine Epoche besteht aus aufeinanderfolgenden Auswahlabschnitten. Alle wählen gleichzeitig jeweils eine Karte aus ihrem Vorrat. Die übrigen Karten werden in der vorgegebenen Richtung weitergereicht. Dadurch verändert sich die Auswahl mit jedem Schritt: Eine Karte, die zunächst unerreichbar war, kann später verfügbar werden, während eine begehrte Karte bereits von einer anderen Person genommen worden sein kann.

Nach dem Auswählen wird der Preis geprüft. Reichen die Münzen, darf die Karte gekauft und in die eigene Auslage gelegt werden. Der Marker auf der passenden Leiste wird um den dargestellten Wert verändert. Manche Karten geben zusätzlich Medaillen oder haben Effekte, die erst in der Wertung Bedeutung erhalten. Beim Verkaufen wird die Karte nicht ausgelegt. Der dafür erhaltene Betrag verbessert die Zahlungsfähigkeit für spätere Entscheidungen.

Die Reihenfolge der Symbole sollte genau beachtet werden. Einkommen bringt die Mittel für weitere Käufe. Militär eröffnet den Zugang zu Kolonien. Kultur führt in den vorgesehenen Wertungen zu Punkten. Nahrung dient der Versorgung und kann verhindern, dass die eigene Entwicklung in einer Wertungsphase eingeschränkt wird. Karten mit mehreren Symbolen sind deshalb oft besonders wichtig, auch wenn ihr unmittelbarer Punktewert gering wirkt.

Nach Abschluss eines Auswahlabschnitts folgt der nächste Abschnitt nach den Vorgaben der Epoche. Erst wenn die Kartenwahl vollständig beendet ist, werden die Epochenaktionen abgewickelt. Hier verschiebt sich der Blick von einzelnen Karten auf den gesamten Stand der Zivilisation: Leistenwerte, Münzvorrat, Medaillen und bereits ausliegende Karten werden gemeinsam relevant.

Wertung, Kolonien und das Spielende

Am Ende einer Epoche wird zunächst die Versorgung geprüft. Nahrung ist keine bloße Zusatzwertung, sondern eine Bedingung, die mit der Größe und Entwicklung der eigenen Zivilisation zusammenhängt. Danach folgen die vorgesehenen Wertungen. Kultur bringt Punkte nach dem erreichten Stand, während Militär den Erwerb von Kolonien ermöglicht. Kolonien können weitere Punkte, Symbole oder dauerhafte Vorteile geben und verändern damit die Ausgangslage der folgenden Epoche.

Medaillen dienen dem Erwerb von Zivilisationskarten. Diese Karten werden nicht wie gewöhnliche Karten in der Auswahlphase gekauft. Sie verlangen die passenden Medaillen und bringen besondere Wertungsbedingungen oder Effekte. Vor dem Kauf muss geprüft werden, ob die Voraussetzungen tatsächlich erfüllt sind. Ein später nachgezogener Leistenwert kann eine bereits falsch genommene Zivilisationskarte nicht nachträglich legitimieren.

Nach der letzten Epoche endet die Partie. Nun werden alle Punkte aus den vorgesehenen Quellen zusammengeführt. Dazu zählen die während der Partie erzielten Punkte, die Epochenwertungen, Kolonien, Zivilisationskarten und sonstige Karteneffekte. Gewonnen hat, wer danach den höchsten Gesamtwert erreicht.

Typische Fehler bei Karten und Wertungen

  • Kartenwert und Kaufpreis verwechseln: Der Preis wird bezahlt, der dargestellte Leistenwert wird anschließend angepasst. Beides ist nicht dasselbe.
  • Verkaufserlös vergessen: Eine nicht gekaufte Karte bringt beim Verkauf Münzen. Sie wird jedoch nicht ausgelegt und liefert keine Symbole.
  • Leisten zu spät verändern: Werte werden direkt nach dem Kartenerwerb angepasst. Das ist für nachfolgende Auswahlen und Wertungen relevant.
  • Kolonien außerhalb der vorgesehenen Phase nehmen: Militär wird in der dafür bestimmten Epochenwertung genutzt, nicht jederzeit während der Kartenwahl.
  • Zivilisationskarten ohne passende Medaillen kaufen: Medaillen und weitere Voraussetzungen müssen beim Erwerb erfüllt sein.

Ein Nebenaspekt betrifft die Auslage: Karten sollten nach Farben oder Funktionen geordnet bleiben. Das beschleunigt die Kontrolle von Bedingungen und verhindert, dass dauerhafte Effekte unter anderen Karten verschwinden.

Hadara eignet sich für Gruppen, die gleichzeitige Kartenauswahl, planbare Wertungszeitpunkte und den Aufbau mehrerer Leisten in einem übersichtlichen Zivilisationsspiel bevorzugen.

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