Ein falsch bepreistes Landschaftsplättchen kann sofort bei einem Mitspieler landen. Bleibt es dagegen liegen, muss derjenige, der den Preis festgelegt hat, es selbst übernehmen und den angesetzten Betrag bezahlen. Diese Verbindung aus Landschaftsbau und Preisentscheidung bestimmt Isle of Skye: Vom Häuptling zum König von Lookout Spiele.
Das Spiel von Andreas Pelikan und Alexander Pfister ist für zwei bis fünf Personen ausgelegt, dauert etwa dreißig bis sechzig Minuten und ist ab acht Jahren angegeben. Alle Beteiligten bauen jeweils ein eigenes Gebiet aus Landschaftsplättchen auf. Punkte entstehen durch die Vorgaben der ausliegenden Wertungsplättchen, die sich auf bestimmte Landschaften, Gebäude, Wege oder Verteilungen im eigenen Gebiet beziehen. Gewonnen wird mit den meisten Punkten.
Die Wertungsvorgaben bestimmen die Landschaft
Vor Beginn erhält jede Person ein eigenes Startgebiet mit einem Schloss, eine Sichtwand, Preismarker und Geld. Die Landschaftsplättchen werden verdeckt bereitgelegt. Wertungsplättchen werden so ausgelegt, dass die für den ersten Abschnitt geltenden Vorgaben sichtbar sind. Sie zeigen an, welche Merkmale am Ende eines Abschnitts Punkte bringen.
Jede Person hält ihr Geld hinter der Sichtwand verborgen. Das ist wichtig, weil die Preiswahl gleichzeitig darüber entscheidet, welche Plättchen für andere attraktiv sind und wie viel Geld später noch für eigene Übernahmen bleibt. Der kleine Nebenaspekt hat große Folgen: Wer viel Geld für eine verlockende Auslage verlangt, kann damit den eigenen Landschaftsbau finanzieren, wird aber beim Kauf fremder Plättchen weniger flexibel.
Die Wertungsplättchen sollten vor der ersten Preisentscheidung genau gelesen werden. Manche Vorgaben belohnen zusammenhängende Bereiche, andere einzelne Motive oder deren Lage. Nicht die allgemeine Schönheit der Landschaft zählt, sondern nur das, was die gerade geltenden Wertungen verlangen.
Preise setzen und fremde Plättchen kaufen
Zu Beginn eines Abschnitts erhält jede Person Einkommen und zieht Landschaftsplättchen verdeckt. Ein Teil dieser Auswahl wird für die Preisphase behalten, ein weiteres Plättchen wird verdeckt aus dem Spiel genommen. Für jedes angebotene Plättchen wird hinter der Sichtwand ein Preis festgelegt. Anschließend werden die Preise und Plättchen gleichzeitig aufgedeckt.
Danach kaufen die Beteiligten nacheinander. Wer an der Reihe ist, darf ein offen angebotenes Landschaftsplättchen einer anderen Person erwerben. Der auf dem Preismarker angegebene Betrag wird an dessen Besitzer bezahlt. Ein gekauftes Plättchen wechselt sofort den Besitzer und steht für weitere Kaufentscheidungen nicht mehr zur Verfügung.
Niemand ist zum Kauf verpflichtet. Nach Abschluss dieser Kaufphase muss jedoch jede Person ihre eigenen, nicht verkauften Plättchen übernehmen und den jeweils festgelegten Preis an den Vorrat zahlen. Darin liegt die zentrale Spannung: Ein niedriger Preis lockt Käufer an, ein hoher Preis kann das eigene Geld aufzehren, falls das Plättchen liegen bleibt.
Anschließend werden alle neu erworbenen Plättchen an das eigene Gebiet angelegt. Sie dürfen gedreht werden, müssen aber mit einer Seite an bereits ausliegende eigene Landschaft grenzen. Landschaftsarten und Wege müssen dabei nicht passend fortgeführt werden. Eine Straße darf also an einer Kante enden, und unterschiedliche Geländemotive dürfen aneinanderliegen. Dieses Detail wird leicht übersehen.
Wertungen lesen, Punkte notieren, Ende auslösen
Nach dem Anlegen wird anhand der aktuell ausliegenden Wertungsplättchen gewertet. Jede Vorgabe wird für jede Person getrennt geprüft. Die genaue Reihenfolge und Bedingung auf dem jeweiligen Plättchen ist maßgeblich: Manche Wertungen fragen nach Gebieten, manche nach angrenzenden Motiven, andere nach Mehrheiten oder einer bestimmten Verteilung. Punkte werden unmittelbar auf der Punkteleiste festgehalten.
Im weiteren Spielverlauf ändern sich die aktiven Wertungsvorgaben. Dadurch kann ein Motiv, das zunächst wertlos erscheint, später nützlich werden. Bereits gelegte Plättchen bleiben jedoch unverändert liegen. Wer früh plant, sollte deshalb Platz für mögliche Erweiterungen lassen, ohne sich auf eine noch unbekannte Wertung zu verlassen.
Nach dem letzten Landschaftsabschnitt werden die noch ausstehenden Wertungen abgehandelt. Außerdem wird verbliebenes Geld nach der Schlusswertung berücksichtigt. Es gewinnt die Person mit dem höchsten Punktestand. Bei Gleichstand entscheidet das verbliebene Geld.
Eine ausführlichere Einordnung zu einer Erweiterung bietet die Besprechung von Isle of Skye Wanderer. Weitere Titel mit Regelerklärungen finden sich in der Übersicht der Regelerklärungen.
Regelfehler bei Preisphase und Landschaftsbau
- Ein liegen gebliebenes Plättchen gilt nicht als kostenlos. Der ursprüngliche Besitzer muss es übernehmen und den selbst gesetzten Preis zahlen.
- Der Preis wird an den Besitzer gezahlt. Er verschwindet nicht im allgemeinen Vorrat, wenn ein anderer das Plättchen kauft.
- Nur angrenzendes Anlegen ist Pflicht. Wege und Landschaftsarten benötigen keine passende Fortsetzung.
- Gewertet wird nur nach den aktiven Vorgaben. Ein sichtbares Motiv bringt ohne passende Wertungsbedingung keine Punkte.
- Die Sichtwand schützt die Preiswahl. Preise werden erst nach dem gleichzeitigen Aufdecken öffentlich.
Isle of Skye eignet sich für Gruppen, die Plättchenlegen mit knappen Kaufentscheidungen verbinden möchten. Empfehlenswert ist es besonders für Personen, denen wechselnde Wertungsvorgaben und direkte Preisgestaltung liegen.