Eine Landschaft darf ihren Platz in der Pyramide erst erhalten, wenn die darunterliegenden Landschaften liegen und ihre Vorgaben erfüllt sind. Genau diese Verbindung aus Auslage, Anbeterwürfeln und Bauordnung bestimmt Orbis. Ziel ist es, durch Landschaften und die Gottheit an der Spitze möglichst viele Siegpunkte zu erzielen.
Orbis stammt von Tim Armstrong und ist bei Asmodee erschienen. Es ist für 2 bis 4 Personen ab 10 Jahren ausgelegt; die angegebene Spieldauer beträgt 45 Minuten. Jede Person errichtet eine eigene Pyramide. Diese entsteht von der breiten Grundreihe aus nach oben, bis nur noch ein Platz für eine Gottheit frei bleibt.
Die Pyramide beginnt mit Landschaften
Zu Beginn werden die Landschaftsplättchen nach ihren Rückseiten und den Vorgaben des Spielmaterials vorbereitet. Die offenen Landschaften bilden die gemeinsame Auswahl. Auch die Gottheiten werden bereitgelegt. Jede Person erhält die vorgesehenen Anbeterwürfel und einen Bereich für die eigene Pyramide.
Die spätere Form ist fest: Unten liegen fünf Landschaften, darüber vier, dann drei und zwei. Den obersten Platz nimmt eine Gottheit ein. Daher besteht der entscheidende Teil des Spiels darin, die unteren Ebenen nicht beliebig zu füllen. Wer früh nur auf einzelne starke Effekte schaut, kann später feststellen, dass passende Anschlussmöglichkeiten fehlen.
Die Landschaftstypen geben vor, wie Plättchen zusammenpassen und welche Effekte beim Auslegen ausgelöst werden. Die aufgedruckten Symbole sind dabei verbindlich. Sie zeigen Anforderungen, Erträge oder Wertungsbedingungen. Die Illustrationen helfen bei der Orientierung, entscheidend bleiben aber stets die Symbole und Texte auf den Plättchen.
Eine kleine Besonderheit liegt in der Perspektive: Die Pyramide wirkt zunächst wie ein reines Bauprojekt, ist aber zugleich ein Vorrat an Möglichkeiten. Landschaften, die unten liegen, legen fest, was in höheren Reihen überhaupt noch möglich wird.
Ein Zug: Landschaft wählen oder Gottheit nehmen
Wer am Zug ist, führt genau eine der vorgesehenen Hauptaktionen aus. Meist wird eine Landschaft aus der offenen Auswahl genommen. Die mit diesem Plättchen verbundenen Anweisungen zu Anbeterwürfeln werden unmittelbar abgehandelt. Anschließend wird die Landschaft in die eigene Pyramide eingebaut, sofern alle Legeregeln erfüllt sind. Danach wird die Auslage nach den Vorgaben wieder ergänzt.
Die zweite Möglichkeit ist das Nehmen einer Gottheit. Das ist erst sinnvoll und zulässig, wenn die eigene Pyramide bis zum obersten Platz vorbereitet ist. Die Gottheit wird auf diesen Platz gelegt und bringt ihre eigene Wertungsbedingung mit. Sie ist somit kein bloßer Abschlussstein. Ihre Vorgabe kann darüber entscheiden, welche Landschaften zuvor besonders wertvoll waren und welche nur als notwendige Verbindung dienen.
Beim Platzieren einer Landschaft gilt eine klare Reihenfolge: Zuerst wird geprüft, ob der Platz in der Pyramidenstruktur frei ist. In höheren Ebenen muss das Plättchen auf zwei bereits ausliegenden, nebeneinanderliegenden Landschaften aufbauen. Danach werden die geforderten Landschaftstypen und sonstigen Symbole geprüft. Erst wenn beides stimmt, wird das Plättchen gelegt und sein Effekt ausgeführt.
Anbeterwürfel werden nicht als allgemeine Siegpunkte behandelt. Sie gehören zu den jeweiligen Effekten und Anforderungen. Ein Würfel darf nur dann genommen, eingesetzt oder auf einem Plättchen platziert werden, wenn ein Symbol oder eine Regel dies erlaubt. Diese Reihenfolge verhindert, dass ein gerade erhaltener Vorteil rückwirkend für ein bereits abgeschlossenes Auslegen genutzt wird.
Das Prinzip ähnelt anderen Titeln des Verlags, deren Regeln ebenfalls auf einer klaren Abfolge einzelner Schritte beruhen, etwa Via Nebula. Orbis bleibt dabei auf die persönliche Pyramide konzentriert: Die gemeinsame Auslage schafft Konkurrenz, gebaut wird jedoch auf dem eigenen Tableau.
Wertung nach der Gottheit
Sobald eine Person die Gottheit auf ihre vollständige Pyramide gelegt hat, wird nach den Wertungsregeln abgerechnet. Punkte entstehen durch die Bedingungen der Gottheit sowie durch Landschaften und Effekte, die eine Schlusswertung auslösen. Maßgeblich sind ausschließlich erfüllte Voraussetzungen. Ein Plättchen bringt also nur dann Punkte, wenn seine aufgedruckte Bedingung am Ende tatsächlich erreicht ist.
Bei der Wertung wird systematisch vorgegangen: Zuerst werden die Anweisungen der Gottheit geprüft. Danach folgen die Schlusswertungen der Landschaften und weitere aufgedruckte Punkteffekte. Anbeterwürfel, Landschaftstypen und die Lage einzelner Plättchen zählen nur in dem Umfang, den die jeweilige Bedingung verlangt. Die Punkte werden addiert; die höchste Summe entscheidet.
Die Gottheiten geben der Schlusswertung unterschiedliche Schwerpunkte. Deshalb lohnt es sich, die verfügbaren Gottheiten früh zu lesen, ohne die Bauordnung aus den Augen zu verlieren. Eine attraktive Wertung nützt nichts, falls die notwendigen Landschaften später nicht regelkonform in die Pyramide passen.
Regelfehler bei Auslage und Anschlüssen
- Zu früh nach oben bauen: Eine Landschaft höherer Stufe benötigt die beiden passenden Landschaften direkt darunter. Freie Plätze oder nur ein tragendes Plättchen reichen nicht.
- Symbole mit Illustrationen verwechseln: Für Anforderungen und Wertungen zählen die gedruckten Zeichen. Die Landschaftsgrafik ersetzt keine Bedingung.
- Effekte verspätet ausführen: Ein Effekt wird in dem Moment abgehandelt, in dem ihn das gelegte Plättchen auslöst. Er wird nicht für einen späteren Zug aufgespart.
- Die Gottheit als gewöhnliche Landschaft behandeln: Sie kommt nur auf den obersten Platz und besitzt eine eigene Schlusswertungsfunktion.
- Unvollständige Wertung: Jede Gottheit und jedes Landschaftsplättchen mit Schlusswertungszeichen muss einzeln geprüft werden.
Orbis eignet sich für Gruppen, die Plättchenlege-Spiele mit überschaubaren Einzelzügen und einer planungsrelevanten Schlusswertung suchen. Besonders passend ist es für Personen, die aus einer offenen Auswahl bauen und dabei die spätere Form einer Pyramide mitdenken möchten. Die Altersangabe ab 10 Jahren passt zu den Symbolprüfungen und der klaren Baufolge.