Drei Kategorien setzen unterschiedliche Akzente: Kinderspiel des Jahres, Spiel des Jahres und Kennerspiel des Jahres. Am 20. Mai 2019 wurden in Chemnitz die Nominierungskandidaten des Jahrgangs 2019 bekanntgegeben. Damit rückte ein Termin in den Vordergrund, der für Verlage, Handel und Spielgruppen gleichermaßen Orientierung schaffen kann.
Drei Wege zum Spiel des Jahres 2019
Die Aufteilung der Nominierungen macht sichtbar, wie breit das moderne Brettspiel inzwischen aufgestellt ist. Das Kinderspiel des Jahres richtet den Blick auf Zugänglichkeit, verständliche Abläufe und gemeinsame Erlebnisse am Tisch. Das Spiel des Jahres steht traditionell für Titel, deren Regeln schnell vermittelt werden können und deren Entscheidungen dennoch tragen. Das Kennerspiel des Jahres markiert dagegen den Bereich anspruchsvollerer Spielkonzepte, bei denen sich mehrere Mechanismen und längerfristige Planungen verbinden können.
Diese Trennung ist mehr als eine formale Sortierung. Sie verhindert, dass ein leicht zugängliches Familienspiel unmittelbar an einem komplexeren Strategiespiel gemessen wird, obwohl beide ganz andere Erwartungen erfüllen. Gerade im Handel hilft die Einteilung dabei, Gespräche über die passende Spieltiefe konkreter zu führen. Ein Spielabend kann von einer schnellen Partie profitieren, an anderer Stelle aber bewusst Raum für taktische Planung verlangen.
Chemnitz als Ort der Bekanntgabe
Die Bekanntgabe in Chemnitz gab dem Jahrgang einen klaren Schauplatz. Harald Schrapers war als Vereinsvorsitzender des Spiel des Jahres beteiligt. Im Mittelpunkt stand dabei nicht eine einzelne Spielidee, sondern die Auswahl der Nominierungskandidaten über die drei Kategorien hinweg. Solche Termine bündeln Aufmerksamkeit auf Spiele, die über Wochen oder Monate hinweg diskutiert werden, und geben dem Fachhandel eine verständliche Struktur für Empfehlungen.
Ein Nebenaspekt liegt in der Sprache der Kategorien. Das Wort Kennerspiel kann anspruchsvoll wirken, muss jedoch keine Hürde sein. Es beschreibt vor allem ein Angebot für Gruppen, die bereit sind, sich mit verzahnten Regeln, unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten und planbaren Folgen von Entscheidungen auseinanderzusetzen. Das Kinderspiel wiederum ist keine Nebenlinie, denn gute Regeln für jüngere Gruppen verlangen besondere Klarheit.
Orientierung für die Auswahl am Spieltisch
Wer nach den Nominierungen des Jahres sucht, findet bei den Messen und Conventions weitere Anlässe, bei denen Neuheiten und Empfehlungen sichtbar werden. Für die eigene Auswahl bleibt die Kategorie ein praktischer erster Filter: Kinderspiel für gemeinsame Einstiege, Spiel des Jahres für zugängliche Runden, Kennerspiel für mehr Regel- und Entscheidungsdichte. Die Nominierungen von Chemnitz gehören damit als konkrete Wegmarke zum Spieljahr 2019.