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Pandemic Legacy: Season 2 bei der Verleihung 2018

von Maximilian Bähr 2 Min. Lesezeit

Eine Entscheidung verändert den weiteren Verlauf der Kampagne. Pandemic Legacy: Season 2 knüpft genau an dieser Idee an: Spielmaterial und Entwicklung der Partie bleiben nicht bloß Kulisse, sondern werden zum Gedächtnis einer fortlaufenden Spielerfahrung. Der Eingriff bleibt sichtbar.

Ein Sonderpreis für die zweite Staffel

Bei der Spiel-des-Jahres-Verleihung 2018 erhielt Pandemic Legacy: Season 2 einen Sonderpreis der Spiel-des-Jahres-Jury. Die Auszeichnung hatte besonderes Gewicht, weil ein solcher Sonderpreis zuvor acht Jahre lang nicht vergeben worden war. Im Zentrum des Auftritts stand Rob Daviau, der das Spiel gemeinsam mit Matt Leacock entwickelt hat. Die Würdigung lenkte den Blick auf eine Reihe, die das bekannte kooperative Grundprinzip von Pandemic in eine dauerhafte Kampagnenstruktur überführt.

Season 2 erschien 2017 und ist für zwei bis vier Personen ab 14 Jahren angegeben. Eine Partie dauert 60 Minuten. Diese Angaben beschreiben allerdings nur den einzelnen Spieltermin. Das prägende Element ist die Legacy-Kampagne, in der Folgen aus früheren Entscheidungen später wieder auftauchen können. Dadurch verschiebt sich der Schwerpunkt gegenüber einer abgeschlossenen Einzelpartie: Planung betrifft nicht allein die aktuelle Lage, sondern auch die Bedingungen, unter denen die Gruppe später weiterspielt.

Die Spiel-des-Jahres-Jury hatte bereits Pandemic Legacy: Season 1 im Jahr 2016 für das Kennerspiel des Jahres nominiert. Der Titel gewann damals nicht. Mit Season 2 wurde die Arbeit von Daviau und Leacock nun über einen Sonderpreis gewürdigt, der gerade für außergewöhnliche Spielkonzepte vorgesehen ist. Weitere Berichte von Veranstaltungen und Messen zeigen, wie eng Neuheiten, Auszeichnungen und Gespräche in der Brettspielszene oft zusammenlaufen.

Legacy-Kampagne statt Wiederholung

Die Bezeichnung Legacy steht für einen bewussten Bruch mit der vollständigen Wiederholbarkeit klassischer Brettspiele. Während dort Material und Ausgangslage nach jeder Partie wieder auf Anfang gestellt werden, kann eine Legacy-Kampagne Veränderungen festhalten. Pandemic Legacy: Season 2 macht diese Konsequenz zum Kern seiner Spannung. Eine Gruppe muss deshalb abwägen, wie sie Risiken eingeht, Ressourcen einsetzt und mit den Folgen ihrer Entscheidungen umgeht.

Das passt zur kooperativen Ausrichtung der Pandemic-Reihe. Die Beteiligten verfolgen ein gemeinsames Ziel und müssen Informationen, Prioritäten und Möglichkeiten abstimmen. Zugleich entsteht ein anderer Gesprächscharakter als bei einem einmaligen kooperativen Spiel, weil Erfahrungen aus vorherigen Partien in spätere Entscheidungen hineinreichen. Die Spannung entsteht damit aus dem Spielzustand und aus der gemeinsamen Erinnerung an frühere Wendungen.

Auch abseits der Auszeichnung war die Verleihung ein Ort für Gespräche über aktuelle Spielideen. Ein weiteres Gespräch rund um die Spiel-des-Jahres-Verleihung 2018 verdeutlicht die Bandbreite der dort vertretenen Autorinnen und Autoren. Pandemic Legacy: Season 2 stand dabei für ein Format, das das Brettspiel als fortlaufende Erzählung versteht.

Für den Einstieg empfiehlt sich eine feste Runde mit zwei bis vier Personen ab 14 Jahren und einem eingeplanten Zeitfenster von 60 Minuten.

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