Im Wettlauf um die Welt wird der Abstand zur Konkurrenz zur sichtbaren Größe. Around the World in 80 Days setzt diesen Blick auf das Rennen ins Zentrum. Der nächste Abschnitt der Reise ist damit mehr als Kulisse, denn die Bewegung nach vorn bestimmt, wie die Partie wahrgenommen wird. Hier zählt das Vorankommen.
Auf der Spiel 2016 stellte Romain von iello das Spiel vor. Die Präsentation passte in ein Messeumfeld, in dem Neuheiten und bekannte Spielideen nebeneinander stehen, aber unterschiedlich gelesen werden: Als unmittelbare Einladung zum Mitspielen, als Verweis auf eine Tradition oder als Versuch, einem vertrauten Prinzip eine neue Form zu geben. Dass iello diese Fassung auf der Spiel 2016 präsentierte, rückte den historischen Bezug besonders deutlich in den Vordergrund.
Around the World in 80 Days ist als Neuauflage von Hase und Igel aus dem Jahr 1979 eingeordnet, dem ersten Spiel des Jahres. Beide Titel verbindet die Zuordnung zum Rennspiel. Diese Information ist für die Einordnung wichtiger als ein bloßes Thema, weil sie erklärt, warum die Reise um die Welt nicht als atmosphärischer Ausflug, sondern als Rahmen für einen Wettlauf erscheint.
Ein Rennspiel mit bekannter Vorgeschichte
Die Nähe zu Hase und Igel schafft einen klaren Vergleichsmaßstab. Eine Neuauflage muss sich stets daran messen lassen, wie sie mit ihrem Vorbild umgeht. Sie kann dessen Grundidee sichtbar bewahren, sie anders akzentuieren oder die Erwartung nutzen, die ein bekannter Name auslöst. Für Around the World in 80 Days liegt der Kern der Einordnung daher in der Verbindung aus historischem Bezug und neuem Titel, nicht in einer behaupteten Gleichsetzung beider Spiele.
Der Rückgriff auf einen Klassiker hat zudem eine kleine Nebenwirkung im Messebetrieb: Er erleichtert Gespräche zwischen Menschen, die den älteren Titel kennen, und solchen, denen vor allem der neue Auftritt auffällt. Die bekannte Vorlage wird zum Bezugspunkt, ohne dass sie die Präsentation vollständig überlagern muss. Gerade bei einer Messe mit vielen Eindrücken kann dieser Anker helfen, einen Titel schneller einzuordnen.
Iello im Umfeld der Spiel 2016
Für iello war Around the World in 80 Days auf der Spiel 2016 ein Titel mit deutlich lesbarer Herkunft. Die Verbindung zu Hase und Igel gab der Vorstellung einen Kontext, der über eine reine Neuheitenmeldung hinausgeht. Zugleich blieb die Präsentation bei einem einfachen, verständlichen Bild: ein Rennspiel, dessen Reise um die Welt den Wettlauf rahmt.
Ein Blick auf einen weiteren Messebeitrag zu iello zeigt, wie unterschiedlich ein Verlag im selben Messejahrgang wahrgenommen werden kann. Around the World in 80 Days steht dabei vor allem für die Arbeit mit einer bekannten Spielgeschichte. Zur weiteren Einordnung des Titels empfiehlt sich der Blick in den Messejahrgang der Spiel 2016.