Der Würfelwurf ist gefallen, die Entscheidung folgt sofort: Welche Möglichkeit wird notiert, und welche Chance bleibt für den nächsten Zug bestehen? Genau in diesem kurzen Abstand zwischen Ergebnis und Eintrag liegt die typische Spannung eines Roll-and-Write-Spiels. Der nächste Eintrag muss sitzen.
Auf der SPIEL19, dem Messejahrgang 2019, stand Copenhagen: Roll & Write im Mittelpunkt eines Gesprächs mit Asger Harding Granerud und Daniel Skjold Pedersen. Das Spiel erschien bei Queen Games und überträgt Copenhagen in das Roll-and-Write-Format. Damit erhielt ein bekannter Titel eine Fassung, deren Entscheidungen besonders unmittelbar auf dem eigenen Spielmaterial festgehalten werden.
Ein kompaktes Format für Copenhagen
Roll-and-Write-Spiele bauen ihre Wirkung häufig aus klaren, schnell aufeinanderfolgenden Schritten auf. Ein Ergebnis gibt eine Richtung vor, der Eintrag macht daraus eine dauerhafte Konsequenz. Die entscheidende Frage lautet daher selten allein, welche Option gerade attraktiv wirkt. Wichtiger ist, welche Folgeoptionen dadurch gesichert, eingeschränkt oder überhaupt erst eröffnet werden. Diese Konzentration auf den einzelnen Zug verschiebt den Blick weg von langen Planungsphasen und hin zu einer laufenden Abwägung.
Als Variante von Copenhagen steht Copenhagen: Roll & Write für eine Spielidee, die nicht über einen bloßen Themenwechsel definiert wird. Das Format verändert vielmehr, wie Entscheidungen sichtbar werden: Eintrag für Eintrag entsteht ein persönlicher Verlauf, dessen Korrekturen nur begrenzt möglich sind. Gerade diese Endgültigkeit gehört zum Reiz des Genres. Sie sorgt dafür, dass auch eine kleine Auswahl an Möglichkeiten Gewicht erhält.
Gespräch mit dem Autorenduo
Asger Harding Granerud und Daniel Skjold Pedersen standen auf der Messe als Autoren des Spiels im Fokus. Das Gespräch über die Roll-and-Write-Variante rückte damit die Anpassung einer bestehenden Spielidee in ein anderes Format in den Vordergrund. Solche Übertragungen sind für Verlage interessant, weil sie ein vertrautes Grundgerüst anders gewichten können: kürzere Abläufe, direktere Einträge und eine stärker verdichtete Entscheidungsfolge bieten einen eigenen Zugang.
Der Nebenaspekt der Messe ist dabei bemerkenswert: Zwischen Neuheiten, Gesprächen und dicht belegten Tischen erhalten gerade kompakte Formate viel Aufmerksamkeit, weil ihre Grundidee rasch erkennbar wird. Bei Copenhagen: Roll & Write liegt dieser Eindruck im Wechsel aus Würfelwurf und Eintrag. Queen Games setzt damit auf eine Fassung, die das Spielprinzip in einer konzentrierten Form aufgreift.
Wer Copenhagen als Roll-and-Write-Spiel kennenlernen möchte, sollte Copenhagen: Roll & Write von Queen Games vormerken.