Auf einen Sechser darf die Lama-Karte folgen, dann beginnt die Entscheidung erneut: weiter Karten loswerden oder lieber rechtzeitig aussteigen. Dieses einfache Spannungsfeld macht L.A.M.A. zu einem zugänglichen Kartenspiel mit bemerkenswert viel Schadenfreude. Das Spiel steht im Umfeld des Generationenspiel-Siegels im Mittelpunkt und verweist damit auf einen Trend, der Familien- und Gelegenheitsspiele seit Jahren prägt: wenige Regeln, kurze Partien und Entscheidungen, die sofort verständlich sind.
Die Auszeichnung zum Spiel des Jahres unterstreicht den Stellenwert von L.A.M.A. innerhalb dieser Kategorie. Der Kern bleibt dabei angenehm klar. Karten werden passend abgelegt, andernfalls muss nachgezogen werden. Wer die eigene Hand rechtzeitig leert, vermeidet Minuspunkte. Gerade die Lama-Karten geben der Zahlenfolge einen kleinen, merkbaren Kniff. Das Material ist überschaubar.
Crowdfunding zwischen Etherfields und Tres
Auf Kickstarter versammeln sich mit Etherfields, Trudvang Legends, Margraves of Valeria und Smartphone Inc. mehrere Projekte, die ein deutlich anspruchsvolleres Publikum ansprechen als ein schnelles Kartenspiel wie L.A.M.A. Auch Tres ist über Startnext vertreten. Die Bandbreite macht sichtbar, wie weit sich der Markt auffächert: Auf der einen Seite stehen kompakte Spiele für gemischte Gruppen, auf der anderen Seite umfangreiche Kampagnen und Strategietitel, deren Reiz in langfristiger Planung, thematischer Gestaltung oder komplexeren Abläufen liegt.
Etherfields setzt auf eine Kampagnenstruktur und eine Traumwelt, Trudvang Legends auf Abenteuer im Rollenspiel-Rahmen. Margraves of Valeria erweitert das bekannte Valeria-Umfeld, während Smartphone Inc. wirtschaftliche Planung in den Vordergrund stellt. Solche Projekte leben stark von ihrer frühen Sichtbarkeit und von der Aussicht auf umfangreiches Material. Der direkte Vergleich mit klassischen Handelstiteln ist deshalb nur bedingt sinnvoll, denn Finanzierung, Produktionsumfang und Veröffentlichungsweg folgen anderen Regeln. Weitere Meldungen aus diesem Bereich finden sich in den Brettspiel-News.
Dominion Nocturne und die Abstimmung zum Deutschen Spielepreis
Mit Dominion Nocturne rückt außerdem ein Titel aus der etablierten Deckbuilding-Reihe in den Blick. Dominion gilt als prägendes Spiel für das Genre, weil aus einem zunächst kleinen Kartensatz im Verlauf der Partie ein immer leistungsfähigeres persönliches Deck entsteht. Nocturne ergänzt diese Grundlage um Karten und Effekte, die stärker mit Nacht-Themen arbeiten. Für erfahrene Dominion-Gruppen liegt der Reiz vor allem darin, bekannte Abläufe mit neuen Kombinationen zu verbinden.
Parallel läuft die Abstimmung zum Deutschen Spielepreis. Anders als bei einer Jury-Auszeichnung steht dort die Beteiligung der Spielerschaft im Zentrum. Das sorgt regelmäßig dafür, dass neben breit zugänglichen Erfolgen auch anspruchsvollere Titel Aufmerksamkeit erhalten. Die Abstimmung ergänzt damit die Orientierung, die Preise wie Spiel des Jahres geben, um eine publikumsnahe Perspektive.
SPIEL19, Zubehör und der Online-Handel
Der Online-Shop zu The 7th Continent verweist auf die zunehmende Bedeutung direkter Vertriebswege. Gerade Spiele mit Erweiterungen, Ersatzmaterial oder besonderen Ausgaben profitieren davon, dass Zubehör dauerhaft auffindbar bleibt. Bei SPIEL19 richtet sich der Blick zugleich auf ein PickUp-Produkt von The Broken Token sowie auf das Brettspielregal EXAKT von Kapplex. Solches Zubehör ist ein Nebenaspekt des Hobbys, aber kein unwichtiger: Große Spielschachteln, Karten und Miniaturen verlangen nach Platz und einer sinnvollen Ordnung.
Für Familienrunden bleibt L.A.M.A. die naheliegende Empfehlung.