Eine Entscheidung über die nächste Karte kann den gesamten Aufbau prägen. Am Tisch der Hunter & Cron Brettspiel-Con in Berlin wurden Prototypen zu zwei Erweiterungen für Terraforming Mars gespielt. Mit Hellas & Elysium und der Venus-Erweiterung rückte ein Titel in den Mittelpunkt, dessen deutsche Ausgabe beim Schwerkraft Verlag erscheint.
Terraforming Mars als Jahrgang 2016
Terraforming Mars von Jacob Fryxelius erschien 2016 und richtet sich an 1 bis 5 Personen ab 12 Jahren. Der Titel steht für langfristige Planung, den Aufbau eigener Möglichkeiten und Entscheidungen, deren Wirkung sich nicht auf einen einzelnen Zug beschränkt. Gerade diese Anlage erklärt, weshalb Erweiterungen hier mehr sein müssen als bloße Zugabe: Sie treten in ein bereits enges Gefüge aus Karten, Ressourcen und Entwicklungswegen ein.
Die Grundidee bleibt dabei klar. Wer früh eine Richtung einschlägt, muss spätere Optionen daran messen, ob sie den eigenen Aufbau stärken oder wertvolle Schritte verzögern. Das sorgt für eine sachliche, kalkulationsbetonte Spannung. Glückliche Kartenauslagen können Einfluss nehmen, doch sie ersetzen keine Planung über mehrere Runden hinweg.
Der lange Atem ist prägend.
Hellas & Elysium im Prototypen-Status
Hellas & Elysium wurde in Berlin als Prototyp zur bald kommenden Erweiterung gezeigt. Schon der doppelte Name macht deutlich, dass die Erweiterung den Blick auf unterschiedliche Bereiche des Mars lenkt. Für Terraforming Mars ist das ein passender Ansatz, weil die räumliche Entwicklung immer mit der Frage verbunden ist, welche Möglichkeiten sich auf dem gemeinsamen Spielplan ergeben und welche Positionen den eigenen Kurs unterstützen.
Bei Prototypen gilt das Augenmerk vor allem der Richtung, nicht der endgültigen Materialanmutung. Das gezeigte Material befand sich ausdrücklich noch in diesem Status. Für das Messegeschehen ist das jedoch gerade interessant: Eine Erweiterung lässt sich hier als Eingriff in ein bekanntes System betrachten, bevor sie als fertiges Produkt im Handel steht.
Ein kleiner Nebenaspekt gehört zur Wirkung solcher Präsentationen. Erweiterungen ziehen bei etablierten Strategiespielen häufig Gespräche über bevorzugte Wege und bekannte Muster nach sich. Bei Terraforming Mars liegt dieser Austausch nahe, weil jede Partie aus einer Verbindung von offenem Spielplan, persönlichem Aufbau und wechselnden Angeboten entsteht.
Venus als weiterer angekündigter Baustein
Neben Hellas & Elysium war die Venus-Erweiterung zu sehen, deren Veröffentlichung in Essen voraussichtlich erfolgen sollte. Sie ergänzt damit die Erweiterungsplanung rund um Terraforming Mars um einen weiteren Baustein. Der Reiz solcher Ergänzungen liegt nicht allein in zusätzlichem Material. Entscheidend ist, ob neue Möglichkeiten die Grundstruktur erweitern, ohne die Bedeutung der bisherigen Entscheidungen zu verwässern.
Terraforming Mars bleibt in dieser Konstellation ein Spiel für Gruppen, die ausgedehnte Aufbauprozesse und das Abwägen zwischen unmittelbarem Nutzen und späteren Erträgen suchen. Hellas & Elysium richtet den Blick auf neue Mars-Schauplätze, die Venus-Erweiterung steht als weiterer angekündigter Bestandteil daneben. Für interessierte Runden bietet sich zunächst der Blick auf Hellas & Elysium an, danach auf die Venus-Erweiterung.