NMBR 9 [Abacusspiele] – Rezension

NMBR9 – TAKE IT TO THE NEXT LEVEL

 

Ein Spiel für 1-4 Spieler, ab 8 Jahren, von Peter Wichmann, ABACUSSPIELE.

Es kommt nicht sehr häufig vor, dass ich Spiele, die eine Solovariante beinhalten, auch tatsächlich alleine spiele. Aber NMBR9 hat genau das geschafft. Und daher möchte ich euch auf eine Partie einladen…

Der Spielablauf ist sehr schnell erklärt. Bei NMBR9 baut jeder Spieler mit den gleichen Zahlenplättchen eine eigene Auslage. Dabei versuchen sie ihre Plättchen in möglichst hohe Ebenen zu legen, denn je höher eine Zahl liegt, desto mehr Punkte bringt diese bei Spielende.

 

 

Eine Partie NMBR 9 – Los geht’s

 

…ich habe nun die Schachtel mit den Zahlenplättchen vor mir und die 20 Zahlenkarten gemischt, als verdeckten Nachziehstapel. Beim Ziehen der ersten Karte hoffe ich, dass keine der höheren Zahlen, also 7-9 dabei ist. Denn die unterste Ebene bringt null Punkte. Ich ziehe eine 2. Das geht doch gut los.

Als nächstes eine 6. Sehr schade, dass diese jetzt schon erscheint – ich sehe meine Punkte bereits dahinschmelzen.

Und schon kommt eine 9. Nur gut, dass ich vorausschauend gebaut habe, so kann ich diese bereits in die nächste Ebene legen und erhalte somit Punkte. Yeah!

Ach nö, die 7 muss ich leider ganz nach unten legen, da ein Zahlenplättchen niemals nur auf einem einzigen Plättchen aufliegen darf. Außerdem gibt es auch nur dann Punkte, wenn es auf mindesten zwei aufliegt. Daher ab nach unten.

Die 4 muss ich ebenfalls unten anlegen. Nun bekomme ich so langsam das Bedürfnis neu anzufangen, da ich genau weiß, dass ich am Spielende keine besonders hohe Punktzahl erreichen werde, wenn das so weiter geht. Aber ich möchte auch nicht „betrügen“, also spiele ich weiter.

Die 1 kommt leider zu zeitig. So richtig gut kann ich sie nicht anlegen. Daher erstmal nach unten.


Die 8 hingegen passt super in die zweite Ebene und ich bin sehr zufrieden mit mir. Hoffentlich läuft es weiter so.

Durch ihre merkwürdige Form, ist es immer etwas schwierig die 3 sinnvoll einzubauen. Wieder muss ich ein Plättchen ohne Punkte verbauen. Klar, ich brauch eine Basis, damit ich die „guten Zahlen“ in den höheren Ebenen anlegen kann, aber es ist trotzdem frustrierend.

Noch eine 1. Das war bereits das zweite Mal. Nun weiß ich, dass diese nicht mehr kommen wird, denn jede Zahl ziehe ich exakt zweimal.

Eine 0. Die 0 ist so ziemlich die letzte Zahl, die ich in diesem Spiel gebrauchen kann. Sie hat die Lücke genau in der Mitte, das heißt, sie ist schwer zu überbauen und bringt eben mal null Punkte. Juhu. Total sinnlos.

Und auch die nächste 4 ist weg. Da muss ich mich jetzt entscheiden. In die zweite Ebene, wo sie mir einige unnütze Felder und sogar Lücken entstehen lässt oder nach ganz unten, dann erhalte ich jedoch keine Punkte. Ich entscheide mich für unten, aber so richtig glücklich bin ich damit auch nicht. Na mal sehen, ob das jetzt so gut war.

Nun die 5. Wieder möchte ich unbedingt Punkte erzielen. Seien es auch nur so wenige. Also bastele ich sie irgendwie ein, damit sie immerhin Punkte bringt.

Ich traue mich gar nicht die nächste Karte umzudrehen. Wer weiß, was als nächstes kommt? Die 7 kann ich jetzt sogar richtig toll in der nächst höheren Ebene anlegen. Endlich mal wieder ein Erfolg und das Aufdecken hat sich gelohnt.

Jetzt bin ich sehr froh eine 6 gezogen zu haben, denn sofort fällt mir auf, dass ich mir mit der 7 die Möglichkeit auf eine 9 völlig verbaut hatte. Eben zu früh gefreut. Nun schnell die 6 so anlegen, dass es wieder passt. Da bin ich erleichtert.

Mit der 8 komme ich in Konflikte und da wird es etwas kniffelig und grüblerisch. Um die Punkte zu erhalten, muss ich sie nach ganz oben legen, nur dann ist die Ebene verbaut und wenn die 9 aufgedeckt wird, muss sie nach ganz unten. In die zweite Ebene passt sie nicht und nach ganz unten wären null Punkte. Das ist ziemlich frustrierend. Jetzt ärgere ich mich schon darüber, wie ich die 6 eingebaut habe. Ich lege sie nach ganz unten und hoffe noch auf die 9.

Ich habe jetzt 15 Karten gespielt und weiß also sehr gut, welche Zahlen noch kommen und kann versuchen taktischer zu bauen, damit ich wenigstens noch ein paar Punkte heraushole. Da kommt auch schon die 9. Diese lege ich ganz klar in die oberste Ebene. Na immerhin.

Die 5 kann ich jetzt wieder nicht besonders toll einbauen. Präziser gesagt, nur ganz unten. Das läuft gar nicht mehr und nur noch 3 Karten, davon ist eine noch die 0.

Die 3 versuche ich wenigstens so zu legen, dass die 2 es in die dritte Ebene schafft. Aber ich bin genervt, weil für Ebene vier hat es nicht gereicht.

Zuerst kommt die 0. Es ist völlig egal, wo ich diese anlege.


Zum Schluss noch die 2, für die ich bereits vorgebaut hatte und schon können die Punkte errechnet werden.

Wertung

 

Insgesamt bin ich jetzt beim Auszählen mal gespannt, erwarte aber keine besonders hohe Punktzahl. Für die oberste Ebene erhalte ich alle sichtbaren Zahlenplättchen mit zwei multipliziert, für die Ebene darunter mit eins und für die unterste mit null. Das ergibt (18×2)+(31×1)=67 Siegpunkte. Laut Anleitung sind erst 100 Punkte oder mehr hervorragend. Deshalb lege ich sofort alle Zahlenplättchen in die Schachtel zurück und versuche gleich die 67 zu übertreffen. In der Hoffnung, dass die Zahlen diesmal in einer besseren Reihenfolge aufgedeckt werden.

Spielgefühl

 

Bei NMBR9 durchlebe ich eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Ich hoffe und bange um bestimmte Zahlenplättchen. Ich freue mich riesig, wenn sie in einer guten Reihenfolge aufgedeckt werden, so dass ich die hohen Punkte in immer höheren Ebenen anlegen kann und somit wenig verschenken muss. Aber zugleich bin ich völlig frustriert und genervt sobald die hohen Zahlenplättchen zu Beginn erscheinen oder ich gezwungen bin, diese im späteren Spielverlauf nach unten zu legen, denn das schmälert die Gesamtpunktzahl erheblich. Dies kann dann gerade im Solospiel dazu verführen, neu anzufangen, wenn es nicht gut läuft. Und das ist ja schnell umgesetzt. Plättchen in die Schachtel, Karten mischen und keiner hat es gemerkt. Daher braucht es hier Selbstdisziplin, um auch dann weiter zu spielen und nicht aufzugeben.

Ich empfinde es eher als Ansporn, meinen vorherigen oder insgesamt besten Wert zu übertreffen, wie bei Tetris. Und das nicht nur in der Solovariante. Auch bei mehr Spielern bleibt dieses Spielerleben das Gleiche. Ein Wechselbad der Gefühle und der Ehrgeiz, den eigenen Highscore zu knacken. Denn ebenfalls bei 2-4 Spielern, finde ich das Prinzip des solitären Spielens wieder. Für alle wird die Zahlenkarte aufgedeckt und es liegt an mir selbst, das Beste daraus zu machen. Somit haben alle die gleichen Voraussetzungen und das bringt auch nicht jedes Spiel mit sich.

Natürlich spekuliert dann jeder auf eine andere Zahlenkarte, je nachdem wie gebaut wurde. Denn die „Strategie“ des Mitspielers zu kopieren bringt bei NMBR9 keine zusätzlichen Punkte. Ich muss schon selbst kreativ werden. Nur bitte nicht zu sehr. Gerade gegen Ende einer Partie zieht sich das Spiel in die Länge. Ich weiß welche Zahlen noch folgen und versuche natürlich das Optimum herausholen zu wollen. Aber die Form der Plättchen ändert sich nicht und die Möglichkeiten diese anzulegen sind nicht unendlich. Daher hier langes grübeln vermeiden und einfach mal legen. Ich kann ja sowieso nur spekulieren, welche Zahl als nächstes aufgedeckt wird.

Womit ich bei dem Punkt wäre, dass in jeder Variante (Solo oder Mehrspieler) jeder für sich spielt und keine Interaktion oder Kommunikation stattfindet. Deshalb an dieser Stelle eine Anregung für eine Erweiterung meinerseits: Wie wäre es mit Aktionskarten, die es zum Beispiel erlauben, einen Spieler dazu zu zwingen nur in einer bestimmten Ebene zu bauen oder eine bereits gebaute Zahl neu oder in eine tiefere Ebene zu legen. Das wäre sicher lustig, erhöht aber auch definitiv den Frustfaktor. Ansonsten finde ich das Spielmaterial sehr schön. Die Schachtel ist schon mit dem „Tetris-Look“ versehen und verführt, als Fan eben jenes Spiels, gleich zur näheren Betrachtung und dem Drang, wissen zu wollen, was NMBR9 für ein Spiel ist.

Beim Öffnen erblicke ich sofort ein tolles Inlay, in das die Zahlenplättchen 0-9 einsortiert sind, einen Platz für die Karten und gute Aussparungen zum Herausnehmen und Hineinlegen des Materials. Es ist ebenfalls so gestaltet, dass ich es problemlos transportieren und sofort losspielen kann (also nichts fällt durcheinander). Die Zahlenplättchen selbst sind aus stärkerer Pappe gefertigt. Ich kann sie also einwandfrei ineinanderstecken sowie auseinandernehmen, ohne Angst haben zu müssen, dass die Pappe knickt oder dergleichen. Einziger Nachteil ist, da ich nicht immer alle Teile zusammenstecke, sondern auch lediglich aneinanderlege, verrutscht das Gebilde schon mal. Die Farben sind sehr toll und die Formen natürlich gut gewählt. Somit habe ich Plättchen, die super zu bauen sind und andere, die mich herausfordern. Die Anleitung ist kurz, knackig und auf den Punkt gebracht sowie mit gut gewählten Beispielen und Illustrationen versehen. Damit ist auch der Einstieg in das Spiel sehr leicht.

 

Fazit

 

Mein Spielerherz brennt für NMBR9. Das Spielprinzip, des parallelen aber zugleich unterschiedlichen Bauens unter gleichen Voraussetzungen (ähnlich wie Karuba) überzeugt. Es macht nicht nur Spaß und lässt sich locker leicht spielen, sondern erhebt auch noch einen gewissen Anspruch an mich als Spieler. Natürlich brauche ich auch etwas Glück. Und mit diesem finden wir es vielleicht sogar auf einer Liste Mitte des Jahres wieder.

 

Vielen Dank an Abacusspiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

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